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Welpenschutz

 

 

Vertraut man den Aussagen vieler Hundehalter, so genießen Welpen und junge Hunde den sogenannten Welpenschutz. Sie werden diesem Phänomen zufolge nicht von einem anderen Hund angegriffen, sie haben sogar "Narrenfreiheit" und dürfen sich ausgewachsenen Tieren gegenüber durchaus frech und manchmal rüpelhaft benehmen.In der Tat ist es erstaunlich, was sehr junge Hunde im Kontakt mit anderen meist dürfen. Dies gilt jedoch zu Hause, zunächst im Familienverband beim Züchter und später bei Hunden im selben Haushalt, die an die Welpen gewöhnt wurden.Aber stimmt das auch in jedem Fall bei fremden Tieren? Hat jeder Welpe das Recht, sich jedem anderen Hund zu nähern, mit dem Anspruch, dass er akzeptiert wird? Darf er "alles" bei den Großen? Ist andererseits ein Hund, der sich an diese scheinbar eiserne Regel nicht hält, deshalb sofort ein "böser" Hund, sozialgeschädigt?

Kommunikation will gelernt sein - auch von Hunden untereinander

Hunde kommunizieren untereinander über sehr fein abgestimmte, für uns oft kaum oder gar nichtwahrnehmbare Signale.Ein leichtes Heben oder Senken der Rute, eine veränderte Ohrenstellung, ein leichte Kopfdrehung- für ausgewachsene Tiere, vor allem, wenn sie sich kennen, alles eindeutig und klar erkennbar. Welpen müssen diese differenzierte Körpersprache in ihren Feinheiten erst noch lernen. Dies geht erstaunlich schnell und Welpen lernen sehr bald, mit entsprechender Körpersprache zu zeigen, dass sie sehr wohl wissen, dass die anderen zu respektieren sind. Aber sie können es nicht immer sofort.Da gibt es dann ausgewachsene Hunde, die sehr souverän aufgrund ihres Charakters oder ihrer bisherigen Lebenserfahrung die Kleinen ertragen und sogar anlernen. Sie verhalten sich gegenüber Junghunde und Welpen äußerst gelassen und großzügig. Dieses Verhalten mag für die meisten Hunde zutreffen, vor allem, wenn sie regelmäßig derartige Kontakte haben. Rüden und auch ältere Hündinnen gehören zu dieser Kategorie.Hündinnen, vor allem kurz vor oder während der Hitze, oder auch "halbstarke" Junghunde, die zwar äußerlich schon fast ausgewachsen aussehen, aber dennoch selber dabei sind, ihre Position in einem Rudel zu erobern oder zu festigen, reagieren häufiger und eher abweisend und schon mal grob. In der Regel geht dies mit einem kurzen Knurren, Stoßen oder auch folgelosem Schnappen ab. Welpen können hierauf mit einer Palette an Verhaltensweisen reagieren, die von Abducken über Demutsgebärden bis hin zu lautem markerschütterndem Geschrei reicht. Wenn sich die Situation dann beruhigt hat, stellt man fest, dass ein Großer nur gewarnt und nicht zugebissen hat. Da aber nicht alle Hunde ausreichend sozialisiert werden, es auch schlechte Lernerfahrungen und dann andere Reaktionen gibt, kann man sich nicht darauf verlassen, dass Begegnungen zwischen jungen und älteren Hunden harmonisch verlaufen.

Was heißt das für erste Begegnungen eines Welpen mit fremden Hunden?

Seien Sie vorsichtig und vor allem aufmerksam.Nehmen Sie Ihren Hund an die Leine und führen Sie ihn langsam an andere Hunde heran. Erkundigen Sie sich bei den Besitzern der anderen Hunde, wie diese mit Jungtieren umgehen. Unterbinden Sie stürmische Begrüßungen, und vor allem lassen Sie Ihren jungen Hund nicht bei anderen auf den Widerrist, den Schulderbereich, springen.

Wie und wo kann ein Welpe die Hundesprache am besten lernen?

Besuchen Sie mit Ihrem Hund eine Welpenschule. Dort kann er gemeinsam mit anderen Gleichaltrigen die "Hundesprache" erlernen. Im günstigsten Fall gibt es dort auch einen erfahrenen, ruhigen, älteren Hund, der dieses Lernen deutlich, aber für Ihren Hund unproblematisch unterstützt.

Wann ist ein Hund ein Welpe?

Spätestens mit 16 bis 18 Wochen wird ein Hund, den wir vielleicht noch als Welpen bezeichnen, von einem anderen Hund nicht mehr als solcher gesehen. Manche Hunde scheinen die Grenze schon wesentlich früher zu ziehen. Also: Welpenschutz wie noch viele glauben, gibt es in dieser Form nicht!!!